AROUND THE BLUES mit SHOPHONKS, CRAZY HAMBONES und BAND OF FRIENDS  - 28.09.2019 Schützenhaus in Frohburg

 

Seit geraumer Zeit hat der Rockclub Frohburg für seine Musikveranstaltungen ein neues Konzept. AROUND THE BLUES, das heißt: 3 Bands teilen sich den Abend auf der Bühne und lassen den Saal kochen - so auch an diesem Herbstabend. Trotz weiterer Musikveranstaltungen in der Umgebung und anderswo kamen viele Freunde des Bluesgenres nach Frohburg in das Schützenhaus. Der dort ansässige Rockclub genießt einen guten Ruf in der Szene.

 

SHOPHONKS, eine junge Band aus dem Erzgebirge, eröffnete den Konzertabend. Die drei Musiker ließen von Beginn an nichts anbrennen und zeigten sich sehr charismatisch auf der Bühne. Das Publikum wurde schnell warm und lauschte den Jungs, wie sie ihren Sound in die Menge peitschten. Längst haben sie sich einen Namen gemacht und brachten das Publikum voll in Stimmung. Toni Nickl (Gitarre, Gesang), Max Meyer (Drums) und Rene Gläser (Bass) ließen so manchen Rockklassiker aufleben und versuchten sich auch an ihren eigenen Kompositionen. Sie machen ihre Sache immer richtig gut und haben viele Fans gefunden. Es ist nicht nur ein Hörgenuss, wenn Toni singt, sondern auch eine tolle Show für´s Auge, ich sage hier nur Basser. Mich persönlich freut es auch, dass so eine junge Band alte Rocktugenden wieder pflegt und sich in ihrer Freizeit mit so viel Liebe sich der Musik hingibt. Ich kann sie nicht nur einmal empfehlen, sie machen etwas abhängig. Man kann gespannt sein auf ihren Weg.

 

Anschließend wurde es etwas leiser, aber keinesfalls schlechter. CRAZY HAMBONES brachte den klassischen Blues auf die Bühne. Das Trio um Gründungsmitglied Micha Mass (Drums) wird mittlerweile von Brian Barnett (Gitarre) und Henry Heggen (Mundi, Gesang) verstärkt. Für Freunde des eher traditionellen Blues ist es jedes mal ein Hörgenuss, wenn die Drei zur Höchstform auflaufen. Leider gibt es immer weniger solcher Bands, die sich daran orientieren. Der Bluesrock ist da deutlich im Vorteil. CRAZY HAMBONES zu hören ist eine Zeitreise in die Geschichte des Blues, aber keineswegs altmodisch. Jedenfalls war es ein edler Auftritt und wurde von den Bluesfans entsprechend honoriert. Wer hat nicht schon mal gepflegte Mundiklänge und die etwas leisere Gitarre mit einem Hauch Amerika und Südstaatenfeeling. Gern wieder. Eine Band, die auch jeden Kneipenabend versüßen kann.

 

Zu später Stunde hatte dann die bekannteste Band das Vergnügen, die gute Stimmung im Saal aufrecht zu erhalten. BAND OF FRIENDS begab sich auf die Spuren von Rory Gallagher und ließ ihre Gitarren sprechen. Sie ist bekannt für satte Riffs und vollen Einsatz. Der Bassist Gerry McAvoy hat ja beim Altmeister Gallagher reichlich Erfahrung gesammelt und zeigt dies immer wieder auf der Bühne. Dazu Frontmann Marcel Scherpenzeel, der wie immer an der Gitarre alles gibt und dem Trio die Stimme verleiht. Wie immer lebte er auch an diesem Abend auf der Bühne total auf und war schon nach wenigen Songs schweißgebadet, aber so kennen und lieben ihn die Fans, Marcel mit seiner blonden Mähne und großer Bühnenpräsenz. Dazu im Rampenlicht die herrlichen Duelle der beiden Gitarristen. Der neue Drummer hatte es da nicht ganz leicht, aber BAND OF FRIENDS gelang es wunderbar die gute Stimmung unter den über 250 Bluesfreaks und Zuhörern bis in die tiefe Nacht auf sehr hohem Niveau zu halten.

 

Und dann war halt nach mehreren Zugaben wieder mal Schluss... Naja, aber wie es unter Fans und für Fans so üblich ist, wird man im Schützenhaus nicht sofort  rausgeschmissen. Es konnte noch gequatscht und getrunken werden bis auch der letzte Gast sich nach einem Bett sehnte. Der Rockclub Frohburg hat hier eine echte Szeneveranstaltung im Programm mit Kernthema Blues und Artverwandten, bei dem ein Hauch Nostalgie / Ostalgie aus der alten, wilden Zeit weiterlebt. Wir hoffen und wünschen uns alle, dass der engagierte Club seinen langen Atem behält, noch viele gute Bands und Musiker in den Schützenhaussaal lockt und natürlich auch, dass die Gaststätte zum Vorglühen und Stärken weiterhin ihre Blueser schon am frühen Abend begrüßt. Mir persönlich gefällt es besonders gut, weil es diese lockere Stimmung ohne Zwang ohne Security und mit wenig Bestimmungen und Einschränkungen immer weniger gibt. Hier geht’s nicht um Profit und Geld. Hier gehst um Musik und Freude.